Als ich die Uhren zum ersten Mal in der Hand hielt, war ich zwar sehr vom Design und dem geringen Gewicht angetan, die mitgelieferten Velcro- bzw. Kautschukbänder fand ich allerdings nicht so attraktiv da sie nach meinem Geschmack ein wenig zu sehr auftragen. Dies hat sich 2024 mit der Vorstellung der GMT Variante geändert. Das grüne Textilband, ebenfalls auf Jacquard-Webstühlen vom französischen Hersteller Julien Faure aus der Nähe von St. Etienne gewoben, verfügt über eine Dornschliesse und trägt sich ausgesprochen angenehm. Die Jacquard-Webart erzeugt besonders dichte und trotzdem flexible Bänder, die Verarbeitung mit versiegelten Löchern und umgenähten Kanten ist herausragend.
Mit den Jahren habe ich festgestellt, dass der Tragekomfort von Stahluhren mit Stahlbändern bei hochsommerlichen Temperaturen für meinen Geschmack nachgelassen hat, weswegen ich recht häufig meine Garmin Marq aus Titan trage. Auch an der Speedmaster Pilot habe ich überwiegend ein Textilband montiert. Anfang Sommer bin ich dann mal zur Anprobe und war sofort von der GMT begeistert. Allerdings musste ich noch ein paar Wochen warten, der Händler hatte ein 2025er Modell vorrätig und ich hätte gerne eines mit der Bodenaufschrift 2026 gehabt.
Seit 2 Monaten trage ich die FXD GMT nun im Wechsel mit der Garmin und bin begeistert. Design, Ablesbarkeit, Funktion und Tragekomfort sind ausserordentlich gut.
Der Boden weist auf das Herstellungsjahr und den Einsatz bei den französischen Marinefliegern hin.

Das hält: Uhrverlust durch weggerostete Federstege sind hier ausgeschlossen.

42mm Durchmesser und ein Gewicht von 79g mit Originalband sind bei 36°C Aussentemperatur ideal.



Die verschraubte Krone und 200m Druckfestigkeit machen auch am Pool eine gute Figur.

Die Uhr ist ein dankbares Objekt für 3rd-Party Bänder aller Art. Dank 22mm Anstossbreite bei 42mm Durchmesser ist die Auswahl gross und die Preise überschaubar. Die hier gezeigten Bänder stammen vom Miros-Time, kosten alle im Bereich um 15.- und sind von sehr guter Qualität.

Das Originalband trägt kaum auf, hinzu kommt, dass die Uhr nur 12,7 mm hoch baut, was die Gefahr des "Hängenbleiben" reduziert.


Irgendwie kann man nahezu alles an die Uhr montieren ...

Lightshow in blau und grün: Ordentlich Leuchtmasse, nach Funktion getrennt, lässt auch im Dunkeln keinen Zweifel aufkommen.




Eine federleichte Titanschliesse mit Bügel und zusätzlich die Kokarde der Marineflieger, die man bei Bedarf auch weglassen kann.


Derzeit mein Favorit ...


... oder doch dieses?



Wie bei allen Pelagos Modellen ist auch hier die Lünetteneinlage aus matter Keramik.

Das Uhrwerk ist bereits aus der Black Bay Linie als MT5652 bekannt, hört allerdings in der Pelagos wegen der zusätzlichen Metas-Zertifizierung auf den Namen MT5652-U. Die Gangwerte sind, typisch für die Kenissi-Kaliber, ausgezeichnet.

Die Tudor Pelagos FXD GMT ist, wie ihre Konzernschwester die Rolex GMT Master II, eine Reise-GMT. Das bedeutet, der GMT Mechanismus ist aufwändiger als bei den weit verbreiteten Office-GMT Varianten. Im Gegensatz zu diesen wird hier der 24h-Zeiger zur Einstellung der Home-Time herangezogen. Der kleine 12h-Zeiger, zuhause auf die gleiche Stunde eingestellt, wandert bei Reisen ohne Stoppen des Uhrwerks mittels der mittleren Kronenposition auf die jeweilige Lokalzeit, wobei auch ein Datumswechsel vor- oder rückwärts erfolgen kann. So zeigen die gewohnten Zeiger immer die Lokalzeit und mit dem roten Zeiger kann man sehen ob die Daheimgebliebenen grade schlafen oder wach sind.
Wie von Tudor gewohnt, sind die Preise im Vergleich ausgesprochen fair kalkuliert, besonders wenn man auch die tadellose Verabeitung und die Qualitäten des Uhrwerks betrachtet.
